Arbeitskreis Bodenkunde und Pflanzenernährung

Federführender:

Prof. Dr. Otmar Löhnertz, Geisenheim

 

Schwerpunkte dieses Arbeitskreises sind grundlegende Fragen der Rebenernährung und Bodenkunde. Der Gedanke des Umweltschutzes, insbesondere die Vermeidung eines erhöhten Nitrataustrages aus weinbaulich genutzten Flächen, ist seit längerer Zeit in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Im Rahmen des Forschungsprogrammes 1996 bis 2005 wurden Projekte in folgenden Schwerpunktthemen bearbeitet:
● Einfluss von Boden, Bodenpflegesystem, Relief, Nährstoff- und Wasserhaushalt auf die Ertrags- und Inhaltsstoffbildung

● Informations- und Beratungssysteme

● Wurzeluntersuchungen, Mycorrhiza

● Bedeutung des Alters der Rebanlagen für die Weinqualität

● Methoden zur Erfassung und Bewertung von Parametern des Stickstoffhaushaltes

● Einsatz organischer Substanz

● Physikalische Veränderungen von Böden (z.B. Bodenverdichtung)


Im Verlauf des Forschungszeitraumes wurden, abweichend vom Forschungsprogramm, insbesondere Fragen der Wasser- und Nährstoffversorgung und der Wechselwirkung mit anderen Umweltfaktoren in Verbindung mit der Bildung von Inhaltsstoffen untersucht. Um die Effizienz der Nährstoffzufuhr zu verbessern, wurden unterschiedliche Verfahren und Zeitpunkte der Blattdüngung untersucht und mit Hilfe von markiertem Stickstoff bewertet. 


Intensiv wurde auch der Einsatz organischer Substanz und die Verbesserung von Methoden zur Erfassung der Stickstofffreisetzung aus der organischen Substanz bearbeitet. Zu diesem Zweck wurde ein Ringversuch mit Biokompost unter Federführung des Forschungsring des Deutschen Weinbaus (FDW) angelegt.


In Verbindung mit dem Arbeitskreis III wurde in einem Projekt die Bedeutung des sich abzeichnenden Klimawandels für den deutschen Weinbau bearbeitet. Dabei wurde versucht, die Veränderungen für den regionalen Raum zu beschreiben und die Auswirkungen auf den Weinbau abzuschätzen.

 

Quelle: Hochschule Geisenheim

 

 

Zukünftige Forschungsschwerpunkte befassen sich mit der Sicherung der Weinqualität und der Entwicklung von Qualitätssicherungssystemen ebenso, wie mit der Bedeutung von Stressfaktoren für die Bildung von Inhaltsstoffen und deren Einfluss auf die Weinqualität. Im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten stehen unter anderem Untersuchungen im Hinblick auf eine ausgewogene Versorgung der Trauben mit hefeverwertbaren Nährstoffen als Basis für eine optimale Vergärung. Dabei ist der effiziente Einsatz von Nährstoffen zur Reduzierung der Auswirkungen spezifischer Umweltbelastungen ebenso zu berücksichtigen wie eine verbesserte Humuswirtschaft mit dem Ziel der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Fragen der Standortforschung, des „Terroir“, werden unter den veränderten klimatischen Bedingungen, aber auch unter Berücksichtigung der aktuellen Anforderungen an die Weinqualität und Vermarktung an Bedeutung gewinnen.

 

 

Quelle: Hochschule Geisenhem

 

 

Die zukünftigen Themengebiete können wie folgt zusammengefasst werden:

● Bedeutung von Stressfaktoren (Umweltstress) für die Bildung von Inhaltsstoffen (Weinqualität) und die Einlagerung von Nährstoffen in die Trauben

● Methoden zur Erfassung einzelner Parameter des Nährstoff- haushaltes und Beschreibung der Nährstoffversorgung

● Optimierung der Nährstoffzufuhr

● Humuswirtschaft und Nachhaltigkeit der Produktion

● Standortforschung – Untersuchungen zum Terroir