Vorwort

Der deutsche Weinbau hat unter allen Kriegen, besonders aber durch den 2. Weltkrieg, sehr stark gelitten. Die Sicherstellung der Ernährung des Volkes hatte absoluten Vorrang vor allem anderen. „Wo der Pflug kann gehen soll keine Rebe stehen!“ Nach dem Krieg galt es also, den Rückstand gegenüber dem Weinbau in weniger betroffenen Ländern aufzuholen.

Lehrer und Forscher an den staatlichen Weinbaulehranstalten und den Forschungseinrichtungen des Bundes begannen Anfang der 1950er Jahre die Defizite aufzuarbeiten und der Praxis in allen relevanten Bereichen Hilfestellung zu geben

Bald zeigte sich, dass die Arbeiten der Anstalten der einzelnen Länder untereinander und mit dem Bund koordiniert werden mussten. So wurde im Jahr 1952 im Ergebnis der heutige Forschungsring des Deutschen Weinbaus (FDW), der seit 1961 bei der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) angesiedelt ist, gegründet. Dieser hat die Aufgabe, die Forschung zu koordinieren, die Ergebnisse der Beratung in Forschungstagungen zu übermitteln und sie in verständlicher Form in den jährlich erscheinenden Berichten in wissenschaftlichen Zeitschriften und natürlich über das Internet zu veröffentlichen. [mehr]

Otto Köble, Eherenvorsitzender

Zukünftige Forschungsschwerpunkte

Zukünftige Forschungsschwerpunkte befassen sich mit der Sicherung der Weinqualität und der Entwicklung von Qualitäts- sicherungssystemen ebenso, wie mit der Bedeutung von Stressfaktoren für die Bildung von Inhaltsstoffen und deren Einfluss auf die Weinqualität. Im Mittelpunkt der Forschungs- aktivitäten stehen unter anderem Untersuchungen im Hinblick auf eine ausgewogene Versorgung der Trauben mit hefever- wertbaren Nährstoffen als Basis für eine optimale Vergärung. Dabei ist der effiziente Einsatz von Nährstoffen zur Reduzierung der Auswirkungen spezifischer Umweltbelastungen ebenso zu berücksichtigen wie eine verbesserte Humuswirtschaft mit dem Ziel der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit. Fragen der Standortforschung, des „Terroir“, werden unter den veränderten klimatischen Bedingungen, aber auch unter Berücksichtigung der aktuellen Anforderungen an die Weinqualität und Vermarktung an Bedeutung gewinnen.

Die zukünftigen Themengebiete können wie folgt zusammenge- fasst werden:

● Bedeutung von Stressfaktoren (Umweltstress) für die Bildung von Inhaltsstoffen (Weinqualität) und die Einlagerung von Nährstoffen in die Trauben

● Methoden zur Erfassung einzelner Parameter des Nährstoff- haushaltes und Beschreibung der Nährstoffversorgung

● Optimierung der Nährstoffzufuhr

● Humuswirtschaft und Nachhaltigkeit der Produktion

● Standortforschung – Untersuchungen zum Terroir

Bereich eigentlich erst am Anfang steht. Zudem werden Themen innerhalb des Bereichs „Präzisionsweinbau“ eine stär- kere Rolle spielen müssen, auch wenn eine direkte thematische Zuordnung zur Physiologie zunächst schwierig erscheint. Der Themenbereich Rebenveredlung wird auch in Zukunft schwer- punktorientiert durch die Reblausforschung abgedeckt werden.

Hieraus ergeben sich vier Themenfelder:

● Untersuchungen zur Auswirkung von Umweltstress auf die Rebenphysiologie

● Physiologie der Beerenreife und deren Beeinflussung

● Präzisionsweinbau – Standortforschung und Sensortechnologie

● Reblausforschung

Broschüre und Flyer